Signet

Hilfe (5) Impressum (6) Sitemap (7)

Steißlinger Impressionen

Infothek

Die Torkel im Ortszentrum von Steißlingen.

Die Steißlinger Torkel

Mitten im Dorf steht ein auch imposanter Gebäudekomplex: die Steißlinger Torkel. Das Gebäude wurde kurz nach der Brandschtzung des Ortes durch die Schweizer im Jahr 1499 gebaut, damit die örtlichen Bauern den Wein pressen und an die Herrschaft abführen konnten. Die Steißlinger Torkel wurde 2003/2004 grundlegend saniert und der Bevölkerung als neuer Mittelpunkt im Ort übergeben.

Als Torkel (lat. torquere = drehen; torculum = Kelter) werden die Weinpressen im Inneren, aber auch das Gebäude, in der sie stehen bezeichnet. Der Weg der mächtigen Vierflügelanlage der ehemaligen Herrentorkel zur modernen Begegnungsstätte der Bürgerinnen und Bürger von Steißlingen war lang.
Heute wird die Torkel als Veranstaltungsraum genutzt.
 
1499
Die Eidgenossen lassen das Dorf Steißlingen samt der alten Torkel während einer Brandschatzung in Flammen aufgehen.
 
um 1500
Der Bau der jetzigen Torkel beginnt.
 
16. Jahrhundert
Die Torkel wird bauliche verändert und erweitert.
 
1671 bzw. 1739
Zusätzliche Weinpressen im Nord- bzw. nördlichen Ostflügel werden errichtet.
 
1833
Wegfall des herrschaftlichen Zwangstorkelrechts und der Weinzehntabgabe. Trotzdem bleibt die Herrentorkel die Hauptkelter im Ort.
 
Um 1900 
Missernten und Rebkrankheiten wie Mehltau, Reblaus und Sauerwurm setzten dem Weinbau stark zu. Die Erträge sinken. Mit dem Niedergang des Weinbaus wird immer mehr Obst aus Äpfeln und Birnen in der Herrentorkel gemostet.
 
1912
Brand in der Torkel
 
1929
Noch sind drei Torkelbetten vorhanden. Aufgrund neuer Rebkrankheiten weicht der Weinbau dem Obstanbau und die ehemals ertragreichen Amerikaner-Reben müssen ausgerissen werden. Daraufhin war es um den Weinbau in Steißlingen geschehen. Die Rebberge verschwanden von den Gemarkungen. Heute erinnern nur noch das herrschafliche Gebäude sowie Flur- und Straßennamen an die weinreiche Vergangenheit Steißlingens
 
1960/70er 
Die Torkel verfällt zusehends. Sie ist baufällig und droht, an verschiedenen Stellen einzustürzen.

 

In den 1960er und 1970er Jahren verfällt die Torkel zusehends.
 
1976-79
Beginn der Restaurierungsmaßnahmen mit Mitteln des Landesdenkmalamtes; Abbau und Wiederaufbau von Süd-, Ost-, Nord- und Westflügel, Neuaufbau der beiden Weinpressen.
 
 
1991
Nachdem der Gemeinderat im Jahr 1989 zunächst den Kauf der Torkel abgelehnt hat, beschließt er nach über zehn Jahren Verhandlung im Jahr 1991 den Erwerb der Torkel. Seither steht die Torkel im Eigentum der Gemeinde, die sich verpflichtet hat, die Torkel in ihrer ursprünglichen Form als denkmalgeschütztes Gebäude zu erhalten und nicht zu einem Geschäftshaus umzubauen oder weiter zu veräußern. Sofort nach dem Kauf wird das Gebäude provisorisch durch die Vereine genutzt.
1996
Küche und sanitäre Anlagen werden angebaut. Die Torkel kann offiziell als Veranstaltungsort genutzt werden und ist schnell, dank ihrer einmaligen Atmosphäre, weit über die Grenzen Steißlingens hinaus bekannt.
 
2003/04 
Nach grundlegenden Sanierungs­maßnahmen am Gebäude, Restaurierung der Torkelbäume und der Quetsche wird die Torkel im Mai 2004 an die Bevölkerung übergeben.

Im Zuge der Baumaßnahme werden auch die bestehenden Torkelbäume und die Quetsche saniert. Der größte Torkelbaum, ein roh behauener Eichenstamm von 10 m Länge und 80 cm Durchmesser hat etwa 6,4 Kubikmeter und ein Gewicht von 64 Doppelzentner. Der Torkelbaum der mittleren Presse stammt von 1839, die kleinere zeigt die Zahl 1680 an der Tragsäule und 1683 auf der Spindel. Bei den jetzt wieder hergerichteten Trotten wurden weitere Jahreszahlen und zwar 1671, 1762 und 1820 festgestellt. Zudem wird ein Informationsbereich eingerichtet, in dem Interessierte einen Eindruck davon gewinnen können, welchen Stellenwert der Weinbau und die Torkel in früheren Jahrhunderten in unserer Gemeinde eingenommen haben.

Zurück zur Übersichtzurück zur Übersicht