Gesundheitshaus im Dorfkern steht vor Realisierung

Gesundheitshaus Steißlingen
Das Thema der ärztlichen Versorgung wird deutschlandweit diskutiert. Auch die Bürgerinnen und Bürger in Steißlingen beschäftigt dieses Thema nicht nur in den letzten Tagen sehr.

Die Zahlen, welche die Struktur der Ärztelandschaft beschreiben, bieten Anlass zur Sorge. So geht aus einer Untersuchung des Landratsamts Konstanz hervor, dass knapp 60 % der Hausärzte im Landkreis älter als 55 Jahre sind. Damit verbunden sind erhebliche Probleme der (Haus-)Ärzte, einen Nachfolger zu finden.

Da bereits viele Gemeinden in Baden-Württemberg ohne Hausarzt sind, beschäftigte sich der Gemeinderat bereits im vergangenen Mai mit dem Thema der Ärzteversorgung und fasste den Grundsatzbeschluss, sich intensiv der örtlichen sowie nachhaltigen Hausarztversorgung zu widmen.

Bürgermeister Mors führte daher im vergangenen Jahr viele Gespräche, u.a. mit den ansässigen Hausärzten aber auch mit jungen Medizinern, welche sich für eine Tätigkeit in Steißlingen interessieren könnten. Es wurde ersichtlich, dass insbesondere die Räumlichkeiten eine wichtige Rolle für die Zukunft spielen.

Nach einer Vorbereitungszeit von über einem Jahr kann nun die Realisierung eines Gesundheitshauses für den Erhalt der Ärzteversorgung im Zentrum von Steißlingen vorgestellt werden. Auf den Grundstücken der jetzigen Gebäude Lange Str. 27 + 29 (s. Karte anbei) soll nach der Genehmigungsphase ab Anfang nächsten Jahres zusammen mit der Firma BDS Universalbau GmbH aus Konstanz das Projekt umgesetzt werden.

Bereits seit Sommer 2018 führte Bürgermeister Benjamin Mors Gespräche mit dem bisherigen Eigentümer des privaten Grundstücks wie auch mit möglichen Interessenten der Immobilie. Dies mündete darin, dass im Winter 2018 im Gemeinderat der Beschluss gefasst wurde, das kommunale Grundstück Lange Straße 29 zusammen mit dem privaten Grundstücke Lange 27 durch den Privateigentümer an die Firma BDS zur Realisierung des Projekts zu verkaufen. Dieser Bauträger hatte mit deutlicher Mehrheit im Gemeinderat einen kleinen Planungswettbewerb mit einem attraktiven Entwurf eines Mehrzweckgebäudes gewonnen.

Das Gebäude bietet neben der Möglichkeit zur Unterbringung von mindestens zwei Praxisräumlichkeiten auch den Raum für eine ebenerdig erreichbare Apotheke. Ferner ist es vorstellbar, im Erdgeschoss einen gastronomischen Betrieb mit Terrasse z.B. ein Café oder ähnliches anzusiedeln. Dies wird sich im Laufe des Projekts weiter konkretisieren. Im Dachgeschoss werden zusätzlich vier Eigentumswohnungen und im Untergeschoss die notwendigen Stellplätze geschaffen.

Mit dem vielfältigen Angebot soll neben einer Unterstützung der ärztlichen Versorgung auch ein weiteres strategisches Ziel der Gemeinde, die Stärkung des Dorfkerns erreicht werden. Durch vertragliche Regelungen wurde jetzt schon sichergestellt, dass bestimmte Bereiche des Gebäudes nur gesundheitsdienlichen Zwecken zur Verfügung stehen. Angedacht ist, dass bestimmte Räumlichkeiten wie z.B. die Räumlichkeiten für die Hausarztpraxis durch die Gemeinde rückerworben werden können.

Das vom Helferkreis für unsere Flüchtlinge initiierte Café soll an anderer Stelle eine Bleibe finden. Hierzu führt die Verwaltung im Moment Gespräche. Ebenso wurde bereits vor einigen Wochen von der Verwaltung für die Unterbringung der dort untergebrachten Flüchtlingsfamilie ein Haus in der Radolfzeller Straße angemietet.

Gerne können sich Interessenten für die Nutzung der Räumlichkeiten bei der Firma BDS oder für grundsätzliche Informationen auch an Bürgermeister Benjamin Mors wenden.

Geplant ist außerdem, das Projekt im Rahmen einer Bürgerversammlung den Bürgerinnen und Bürgern näher vorzustellen. Diese soll im Herbst stattfinden.


Veröffentlicht am Donnerstag, 4. Juli 2019

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie diese Webseite benutzen, erklären Sie sich mit unserer Datenschutzerklärung einverstanden.