Neues aus unserer Steißlinger Dorfhelferinnenstation - Familien in Not - die Dorfhelferinnen sind vor Ort! Gemeinsamer Rückblick 2017

Von links: Doris Frey (Gemeinde), Andrea Schacher (Dorfhelferin), Regina Mantel (Dorfhelferin), Barbara Sauer (Stationsleitung, Gisela Schärli (Stationsleitung) und Benjamin Mors (Bürgermeister). Nicht auf dem Foto: Petra Kersting
Bürgermeister Mors und Doris Frey von der Gemeindeverwaltung trafen sich am 09.04.2018 mit der Stationsleitung, Barbara Sauer und Gisela Schärli und die in Steißlingen „stationierten“ Dorfhel-ferinnen, um die Jahresabrechnung 2017 zu analysieren, besondere Ereignisse zu besprechen und über anstehende Projekte zu diskutieren.

Personell gab es 2017 keine Änderungen. Gisela Schärli und Barbara Sauer sind weiterhin eh-renamtliche Stationsleitung. Die Dorfhelferinnen sind wie folgt im Einsatz: Regina Mantel (100%), Petra Kersting (75) und Andrea Schacher (60%). Das entspricht 2,35 Vollzeitkräften.

  • Einsatzgründe

Die Haupteinsatzgründe 2017 waren hauptsächlich die krankheitsbedingten Ausfälle der Mütter, Risikoschwangerschaften und Entbindungszeiten.
2017 waren unsere Dorfhelferinnen im Steißlinger Gebiet insgesamt 1.509,50 Stunden bzw. an 392 Tagen bei den Familien im Einsatz. Insgesamt betreuten sie 15 Familien mit insgesamt 25 Kindern.

  • Austausch erfordert hohe Flexibilität

2017 fand ein reger Austausch statt, wobei unsere Dorfhelferinnen sehr viel mehr im „Außen- als im Inneneinsatz“ waren. Oder anders ausgedrückt, den Familien im Steißlinger Einsatzgebiet ging es auch 2017 „relativ“ gut, so dass wenige Einsätze erforderlich waren.
Von anderen Stationen wurde im Steißlinger Einsatzgebiet mit 854 Stunden ausgeholfen. Unsere Dorfhelferinnen halfen im Gegenzug 3.092 Stunden aus. Die Einsätze im „eigenen Revier" sind nie planbar und die Einsätze haben unterschiedlich lange Zeiten. Eine Dorfhelferin kann auch nicht spontan aus einer Familie gerissen werden, um einen Einsatz in der eigenen Station zu überneh-men. Deshalb benötigen die Einsatzleitungen sehr viel Organisationsgeschick. Ziel ist es, alle vor-handenen Kräfte der umliegenden Stationen optimal einzusetzen. Im vergangenen Jahr lag die Auslastung aller Stationen von Sölden bei sehr erfreulichen 99,9%!

  • Wer trägt die Einsatzkosten?

Die Kosten werden je Einsatz und Versicherung der Betroffenen von verschiedenen Kostenträgern erstattet, wie z.B. den verschiedenen Krankenkassen, der Rentenversicherung, der landwirtschaft-lichen Alterskasse oder auch der Berufsgenossenschaft. Bei den Kostenabrechnungen haben die Mitarbeiterinnen im Büro des Sozialdienstes viel zu „kämpfen“, denn leider steht oft der Dringlichkeit eines Einsatzfalles der Bürokratismus im Weg.

  • A - Z  Die Einsatzgebiete sind groß

Das Wichtigste: Bestmöglichste Versorgung und Betreuung der Kinder!
Die Aufgaben sind vielfältig: Vom Arztbesuch bis zur Zaunreparatur, den allgemeinen Haushaltsar-beiten, der Kinderbetreuung, der Stall- und Feldarbeit, der Versorgung der Haus- und Nutztiere so-wie der Milchverarbeitung - vorrangig ist die bestmöglichste Versorgung und Betreuung der Kinder. Aber auch hier sind die Damen gefordert, jedes Kind ist anders, jeder Haushalt wird anders geführt, die Eltern-Erziehungsmethoden sind unterschiedlich, die Ernährungsformen heutzutage auch...
Es ist jedes eine Herausforderung, in eine neue Einsatzfamilie zu kommen und dort oftmals tage- oder wochenlang "mit zu leben".

Einsätze mit den unterschiedlichsten Erfahrungen, trotzdem: "Es lohnt sich!"
Es gibt vieles, was die Dorfhelferinnen (mit)erleben. In monatlichen, vertraulichen Dienstgesprä-chen in der Station werden die Einsätze besprochen und bei Notwendigkeit gemeinsam aufgearbei-tet. Die Dorfhelferinnen haben oft zu kämpfen, mit dem was sie erleben, unter welchen Umständen sie helfen müssen und das oft mit einem ungewissen oder sogar tragischen Ende in einer Familie.
Es gibt auch wiederum schöne Erlebnisse mit glücklichen Kindern, Vätern und gesundeten Müttern, aus denen die Frauen sehr viel mitnehmen. Daraus schöpft man auch wieder Kraft!

Patchwork, Smartphone, fremde Kulturen
Die Patchworkfamilie ist zwischenzeitlich eine Familienform, die die Dorfhelferinnen regelmäßig antreffen. Mit diesen besonderen Umständen und Gegebenheiten müssen sie besonders feinfühlig umgehen. Es gibt auch den Einsatz für den kranken "Hausmann" und die Kinder, während die Frau bei der Arbeit ist.
Auffallend ist, dass es mehr Einsätze aufgrund von psychischen Probleme der Haushaltsführenden gibt. Es gibt jedoch viele "neue" Krankheiten, Allergien, wie z.B. Laktose-, oder Glutenunverträg-lichkeit, auf die es zu reagieren gilt.
Ebenso muss bei anderen Kulturen einiges berücksichtigt werden, insbesondere bei muslimischen Mitbürgern.
Die digitale Welt hat viele Seiten, sie bringt Erleichterungen, aber auch viele neue Probleme mit sich. Die Dorfhelferinnen sind sich einig, die Familien (insbesondere die Kinder!) verbringen immer mehr Zeit vor dem Computer, Smart-/I-Phone, .....  
Ein normales Familienzusammenleben, wie man es von früher kennt, wird seltener. Dann wird es gerade im Notfall für alle schwierig, die Probleme gemeinsam zu lösen.

Grenzachtender Umgang - Kindeswohlgefährdung
Alle Einsatzleitungen und Dorfhelferinnen von Sölden wurden auch intensiv auf das Thema "Kin-deswohlgefährdung" vorbereitet, d.h. hier geht es auch um das Erkennen von psychischem oder sexuellem Missbrauch von Kindern und Schutzbefohlenen. Dazu kommt noch der richtige Umgang damit und die Einschaltung und Zusammenarbeit mit den speziellen Fachstellen.  

Positiv: Einsätze auch bei älteren Menschen möglich
Seit 2016 gibt es ein neues Gesetz, dass unter ganz bestimmten Voraussetzungen auch Einsätze bei älteren Menschen möglich machen. Auf Verordnung des Arztes können die Dorfhelferinnen nach einer schweren Erkrankung oder nach einer Operation die hauswirtschaftliche Versorgung übernehmen. Natürlich nur, wenn sonst niemand im Haus die notwendigen Arbeiten erledigen kann. Darunter fällt nicht die Unterstützung bei Pflegebedürftigkeit, Demenz und ähnliches. Hier gab es im vergangenen Jahr einige Einsätze.

Minibrotaktion
Nach dem Erntedankgottesdienst am Sonntag, 01. Oktober 2017 wurden im Rahmen der Minibrotaktion gesegnete Brote auf Spendenbasis angeboten. Zum 8. Mal in Folge betei-ligte sich unsere Dorfhelferinnenstation an dieser Aktion und konnte den Erlös von 225,- € auf das Spendenkonto „Familie in Not“ der Dorfhelferinnenstation Steißlingen über-weisen.

  • Dorfhelferinnenwerk Sölden bestätigt: Sehr gute Arbeit

Die Abrechnungen der Dorfhelferinnen waren alle korrekt. Die Steißlinger Dorfhelferinnenstati-on leistete 2017 wieder sehr gute Arbeit, nicht nur in Zahlen gesehen, sondern ganz beson-ders auf der menschlichen Ebene. Auch die unkomplizierte und offene Zusammenarbeit mit den Einsatzleiterinnen wurde sehr gelobt.

Auch Bürgermeister Mors bedankte sich nach seinem ersten Treffen und dem Erfahrungsaus-tausch ganz herzlich bei allen Damen der hiesigen Dorfhelferinnenstation für ihre hervorragende Arbeit, die nicht immer leicht ist und viel Enthusiasmus und Flexibilität erfordert.

  • Notfalltopf

Für absolute Härtefälle, z.B. nach dem Tod einer Mutter (der Einsatz endet normalerweise dann sofort) oder bei Unklarheiten mit dem Kostenträger hat sich der Spendennotfalltopf schon mehr-mals sehr bewährt. Hieraus werden in Zusammenarbeit mit dem Söldner Werk gerade solche Noteinsätze schnell und unbürokratisch finanziert.    

Steißlinger Notfälle / Unterstützung
Möchten Sie die Arbeit des Steißlinger Sozialdienstes und der Dorfhelferinnen unterstützen, dann können Sie gewiss sein, dass diese Spende direkt und nur den „örtlichen Notfällen“ zugute-kommt. „Sonderkonto Steißlingen“  IBAN DE 85 680501010002102542, BIC FRSPDE66XXX,  Sparkasse Freiburg Nördlicher Breisgau

  • Haben Sie Bedarf oder Fragen?

Bei speziellen Fragen bzw. bei der Anforderung einer Dorfhelferin stehen Ihnen gerne Frau Gisela Schärli und Frau Barbara Sauer telefonisch und persönlich zur Verfügung. Sie sind am besten von 09.00-11.00 Uhr (Mo.-Fr.) in der Sozialstation, Radolfzeller Str. 7 (Seniorenwohnan-lage), Tel.: 07738/1707, zu erreichen.


Veröffentlicht am Donnerstag, 12. April 2018

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