Neues von unseren Flüchtlingen / Asylbewerbern

Einsatz im Personalamt, links Veronika Korherr mit Samira Nen.
An der Wohnsituation der Steißlinger Flüchtlinge/Asylbewerber hat sich seit dem letzten Bericht wenig bewegt. Einige der Geflüchteten haben eigene Wohnungen gefunden oder konnten bei Verwandten unterkommen und sind weggezogen. Neue Bewohner wurden uns zugewiesen und haben sich zwischenzeitlich gut eingelebt.

Die zwischenzeitlich über 70 Geflüchteten kommen aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, China und dem Irak.

 

 

Durch den Abbruch des „Treff 29“, Lange Straße 29, waren dort keine Veranstaltungen mehr möglich. Umso erfreulicher ist es, dass wir diese nun in der Begegnungsstätte der Seniorenwohnanlage bzw. die Hausaufgabenhilfe im Raum der SMV abhalten können.

 

 

 

Viel Neues gelernt beim Praktikum im Rathaus 

 

Im Rahmen des Ausbildungskurses „Leben und Arbeiten in Deutschland“ vom Beruflichen Fortbildungszentrum in Radolfzell (BFZ) leistete die in Steißlingen wohnende Samira Nen ein 2-wöchiges Praktikum im Rathaus und im Bauhof ab. Sie war in Aleppo/Syrien selbst als Beamtin in der Finanzabteilung der Stadtverwaltung 25 Jahre lang beschäftigt, deshalb interessierte sie sich nun besonders für die Arbeit des Steißlinger Rathauses und bewarb sich hier um einen Praktikumsplatz.

 

 

Auch praktische Arbeiten gehörten zu diesem Praktikum. In der ersten Woche war sie mit den Mitarbeitern des Grünteams unterwegs und hat gelernt, wie man fachmännisch Pflanzen, Kräuter, Bäume und Hecken pflanzt, schneidet und pflegt. Sie lernte die Wasserversorgung kennen. Für sie war der Besuch der Kläranlage besonders spannend, da die Abwasserentsorgung auch ein Teil ihres Studiums (Gesundheitswissenschaft) in Aleppo war.

 

Im Rathaus lernte Frau Nen die verschiedenen Fachbereiche kennen und half aktiv mit. Sei es Rechnungen zu prüfen und Gebührenbescheide vorzubereiten, Zuschussanträge zu prüfen, Lohnabrechnungen zu kontrollieren und einzusortieren. Sie hat die Erstellung des Mitteilungsblattes Steißlingen Aktuell verfolgt und im Standesamt sowie im Bürgerservice mitgeholfen. Dazu kommt noch die Arbeit im Bauamt und im Sekretariat des Bürgermeisters. Auf die Frage, was ihr bisher am meisten gefallen hat, kam ganz spontan: „Die technischen Anlagen in der Wasserversorgung und dass ich an einer standesamtlichen Trauung teilnehmen durfte.“ Insgesamt hat sie bis jetzt schon viel über das Arbeiten bei der Steißlinger Gemeindeverwaltung gelernt und sie ist um diese Erfahrungen sehr dankbar.

 

 

 

Stärkungsprojekt „Takaa Niroo“

 

Das Stärkungsprojekt „Takaa Niroo“, bei welchem sich eine arabische Frauenärztin mit einigen geflüchteten Frauen zu verschiedenen Themen rund ums „Frau-Sein“ getroffen hat (wir berichteten), neigt sich dem Ende entgegen.

 

Abgerundet wurde das Projekt durch ein Treffen mit einigen jungen geflüchteten Männern, zu welchem ein Mitarbeiter von PRO FAMILIA extra nach Steißlingen kam. Hier durfte alles rund um das „Mann-Sein“ besprochen und gefragt werden.

 

Nun steht noch eine kleine Schulung an, bei welcher sich Haupt – und Ehrenamtliche in der Arbeit mit Geflüchteten mit Frau Semaan treffen können. Hier wird es die Gelegenheit geben, über die kulturellen Verschiedenheiten und auch Gemeinsamkeiten bei den Themen Körper, Sexualität, Familienrollen, Vorsorge usw. zu sprechen. Somit werden sich Verständnis und Einfühlungsvermögen für die Menschen aus der z.T. immer noch recht fremden Kultur vergrößern und als Grundlage für eine gute Hilfe dienen.


Veröffentlicht am Donnerstag, 30. Juli 2020

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