Worte des Bürgermeisters zum Corona-Virus

Anstieg der Infektionszahlen in Deutschland
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, das sogenannte Coronavirus verändert unser gesellschaftliches Zusammenleben rasant. Täglich erreichen uns Informationen über neue Maßnahmen, die drastische Einschränkungen des öffentlichen Lebens bedeuten. Wir spüren dabei alle, dass es sich um eine noch nie dagewesene Situation handelt, die uns vermutlich noch viel abverlangen wird. Es wird jedoch auch deutlich, wie die modernen Medien und die ständige Verfügbarkeit laufend aktualisierter Informationen unser Handeln beeinflussen. Es ist die erste Krise dieser Art im Zeitalter der Kommunikation und der Globalisierung.

Das Virus selbst breitet sich sehr schnell aus. Noch Anfang März verzeichnete das Robert-Koch-Institut 130 Infizierte in Deutschland. Eine Woche später 1.040 und am 17.03.2020 bereits 9.375. Dabei handelt es sich lediglich um die registrierten Fälle.

Wenn die exponentielle Ausbreitung weiter anhält, werden wir alle schon sehr bald in unserem Bekannten- oder Freundeskreis Infizierte haben. Erst zu diesem Zeitpunkt wird die Krise und die Dynamik der Ausbreitung für uns alle greifbar. Es kann dann jedoch bereits zu spät sein um die weitere Ausbreitung noch zu verhindern.

Ich bitte Sie alle daher, die Handlungsempfehlungen ernst zu nehmen. Wir alle können einen Teil dazu beitragen, dass der weitere Verlauf für unsere Gesellschaft abgemildert wird.  Das Ziel ist, den Anstieg der Fallzahlen zu verlangsamen, um Zeit zu gewinnen, vor allem um die Kapazitäten unseres Gesundheitssystems auszuweiten.

Die Gemeinde Steißlingen hat bereits zahlreiche Maßnahmen getroffen, um das Risiko von Infektionen einzuschränken.

Hierzu zählen

  • die Schließung sämtlicher öffentlicher Räume, Sportplätze und Veranstaltungsmöglichkeiten wie auch der Spielplätze
  • das Verbot öffentlicher Veranstaltungen
  • die Schließung der Kindertageseinrichtungen, der Gemeinschaftsschule wie auch der Gemeindemusikschule.

Am Dienstag hat das Land Baden-Württemberg durch eine neue und verschärfte Rechtsverordnung auf die Lage reagiert. Diese gilt seit 18.03.2020 unmittelbar.

Die zusätzlich neu geltenden Maßnahmen sind:

  1. Verbot von Versammlungen und sonstigen Veranstaltungen

Dies bedeutet, dass es keine Treffen, private Feiern oder sonstigen Zusammenkünfte mehr geben darf. Auch Busreisen werden untersagt. Insbesondere werden alle Eltern gebeten, auf ihre Kinder / Jugendliche einzuwirken, damit keine Treffen mehr stattfinden.

Auch organisierte Kinderbetreuung in Gruppen fällt unter dieses Verbot und ist somit ab sofort nicht mehr erlaubt.

  1. Geöffnet bleiben folgende Einrichtungen:

Lebensmitteleinzelhandel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Friseure, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel.

  1. Geschlossen werden folgende Einrichtungen:

Kultureinrichtungen jeglicher Art, Bildungseinrichtungen, Kinos, Schwimm- und Hallenbäder, Thermal- und Spaßbäder, Saunen, Fitnessstudios, Tanzschulen und ähnliche Einrichtungen, Jugendhäuser, öffentliche Bibliotheken, Vergnügungsstätten, Prostitutionsstätten und Bordelle, Eisdielen Bars, Shisha-Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen (sofern keine Speiselokale), Messen, Freizeit- und Tierparks, Spezialmärkte, Wettannahmestellen, alle weiteren Verkaufsstellen des Einzelhandels (sofern nicht geöffnet gemäß Nr. 2).

  1. Einschränkung des Betriebs von Gaststätten

Speiselokale dürfen von 6 Uhr bis 18 Uhr geöffnet haben, sofern ein Mindestabstand von 1,5 m von Tisch zu Tisch besteht. Einige Steißlinger Restaurants bieten einen Liefer-/Abholservice an. Bitte informieren Sie sich über aktuelle Angebote und Öffnungszeiten.

  1. Maßnahmen zum Schutz besonders gefährdeter Personen

Der Zutritt zu Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen wird stark eingeschränkt. Gruppenangebote für Senioren werden aufgrund der erhöhten Ansteckungsgefahr untersagt.

  1. Verbot von touristischen Übernachtungen

Touristische Übernachtungen sind grundsätzlich nicht erlaubt. Notwendige gewerbliche Übernachtungen sind möglich.

Auch das Rathaus wurde für den Publikumsverkehr geschlossen. Sofern notwendig, wenden Sie sich bitte telefonisch oder per Mail an die Gemeindemitarbeiter/innen. Diese werden dann mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen.

Die Notbetreuung in unserem Familienzentrum Storchennest sowie in der Gemeinschaftsschule ist bereits angelaufen. Gemeinsam mit vielen anderen Gemeinden im Landkreis Konstanz legen wir die notwendigen Voraussetzungen streng aus, um auch hier potentielle Infektionsketten zu unterbrechen. Ich bitte Sie hierfür um Ihr Verständnis.

Die Eindämmung des Corona-Virus ist eine große gesellschaftliche Herausforderung, die unser aller Anstrengung bedarf. Wir müssen bereit sein, Einschnitte hinzunehmen und auf Dinge wie das Treffen mit Freunden, das gemeinsame Spielen der Kinder oder ähnliches zu verzichten. Jeder von uns kann und muss seinen Beitrag leisten.

Gegenseitige Unterstützung wollen wir von Seiten der Gemeindeverwaltung fördern. Wir haben deshalb nach Rücksprache mit unseren Pfadfindern, dem TuS Handball sowie mit engagierten Lehrkräften unserer Gemeinschaftsschule einen Einkaufsdienst gegründet. Näheres hierzu finden Sie auf unserer Homepage und auf den Kanälen der Gemeindeverwaltung in den sozialen Medien.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir müssen alle gemeinsam dafür sorgen, dass neben dem Schutz von Risikogruppen insbesondere die Ausbreitungswelle verlangsamt wird. Ich appelliere deshalb an Sie alle, auch im privaten Umfeld die sozialen Kontakte einzuschränken.

Ich bin mir sicher, dass wir durch überlegtes Handeln, Ruhe und gelebtes Miteinander die Situation meistern werden.

Ihr
Benjamin Mors
Bürgermeister


Veröffentlicht am Donnerstag, 19. März 2020

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