Biotopvernetzung

Durch das Biotopvernetzungskonzept soll ein Leitfaden geschaffen werden, um zwischen den vorhandenen, meist isolierten Biotopen eine Verbindung untereinander zu schaffen.

Durch diese Biotopvernetzung soll erreicht werden, dass sich die Lebensbedingungen der heimischen Tier- und Pflanzenwelt verbessern, ein abwechslungsreiches Landschaftsbild geboten und eine Steigerung des Erholungswertes der Landschaft erzielt wird. Eine solche Biotopvernetzung steigert auch die Attraktivität Steißlingens als Ferien- und anerkannter Luftkurort. Für das Biotopvernetzungskonzept wurde aus Vertretern des Gemeinderates, der Land- und Forstwirtschaft, der Naturschutzverbände und einem Vertreter der Bürger ein Arbeitskreis gebildet, der die Planung und Umsetzung der Maßnahmen begleitet und die Gemeindeverwaltung auch in Abstimmungsgesprächen unterstützt.

Der Arbeitskreis hat in mehreren Koordinierungsgesprächen mit dem Planer die Grundzügen der Planung erörtert. Das Konzept steht kurz vor dem Abschluß und wird in einer der kommenden Gemeinderatssitzungen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Umsetzung des Biotopvernetzungskonzeptes wird über mehrere Jahre und nur einvernehmlich mit den Grundstückseigentümern und Bewirtschaftern erfolgen. Mit rund 280 ha Naturschutzgebieten und flächenhaften Naturdenkmalen ist die ökologische Struktur rund um Steißlingen alles andere als verkümmert. Da in der Gemeinde Steißlingen im Bestand noch eine sehr große Vielfalt angetroffen wird, muss hier nicht von einer Artenarmut ausgegangen werden. Dies wurde auch bei der Zusammenfassung der Bestandserhebung zum Biotopvernetzungskonzeptes deutlich. Die Ergebnisse weisen auf eine durch unterschiedlichste Ursachen zwar gestörte, aber in den Grundzügen noch intakte Kulturlandschaft hin.

Dennoch sind im Rahmen der Biotopvernetzung dringend Maßnahmen angeraten, um einen weiteren Artenrückgang aufzuhalten.

Die ganze Biotopvernetzung gliedert sich in 4 Schwerpunkte:

  1. Erhalt wertvoller Biotope
  2. Sanierung und Aufwertung vorhandener Biotopstrukturen
  3. Maßnahmenvorschläge zur Biotopergänzung und Neugestaltung
  4. Nutzungsregelungen

Bei der Umsetzung der Maßnahmen werden Prioritäten auf die Optimierung an vorhandenen Fliesgewässern und Feuchtgebieten sowie an der Umnutzung standortuntypischer Ackernutzung in Wiesenflächen und dem Erhalt von Halbtrockenrasen und Magerrasen gesetzt. Erste Punkte, wie die extensive Nutzung von 10 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Naturschutzgebiet Weitenried wurden bereits aufgegriffen und sind bereits verbindlich eingeplant. Diese Maßnahme war relativ einfach zu realisieren, da hier die Gemeinde als Eigentümer diese Flächen auftritt und nur mit den Bewirtschaftern Abstimmungsgespräche notwendig waren. In den vergangenen Jahren wurde das Pflanzen sowie die Pflege von Obsthochstämmen öffentlich gefördert. So wurden in den Jahren 1993 bis 1999 insgesamt 991 Obsthochstämme an private Grundstückseigentümer abgegeben und 1998 und 1999 ca. 400 Obstbäume bei den Baumschnittaktionen gepflegt. Entlang Wegen und Straßen wurden 1999 schon erste Baumstreifen gepflanzt und ein ca. 70 m langes verrohrtes Teilstück des Schwelletgraben wieder zu einem natürlichen Bachlauf umgestaltet. In den nächsten Jahren werden wir mit vielen privaten Eigentümern über wünschenswerte Maßnahmen entlang der Bäche und auch Wegen Gespräche führen, ob ein Gewässerrandstreifen oder eine wegbegleitende Bepflanzung möglich ist.

Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass für Vernetzungsmaßnahmen keine wertvollen landwirtschaftlichen Flächen aus der Bewirtschaftung entnommen werden müssen. Die Biotopvernetzung kann nicht zu Lasten einer Berufsgruppe erfolgen. Um gewünschte und sinnvolle Maßnahmen zu realisieren ist eine wertgleiche Entschädigung über eine vertragliche Entschädigung oder einen Flächentausch bzw. Ankauf der Flächen denkbar.

Die Umsetzung des Biotopvernetzungskonzeptes wird uns sicher nicht nur über mehrere Jahre beschäftigen, sie wird unserer Landschaft auch eine Artenvielfalt erhalten und unseren Nachkommen zur weiteren Pflege übertragen.

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