Weitenriedgraben durch Biber fast trocken gelegt

Bei einer Routinekontrolle der Biberaktivitäten wurde festgestellt, dass begünstigt durch die langanhaltende Trockenheit und den damit verbundenen sinkenden Grundwasserstand die erhöhten Biberdämme derzeit keine Überschwemmungen verursachen.

Nördlich der Autobahn ist der Weitenriedgraben fast bis auf Geländehöhe eingestaut und südlich des Hauptdamms bei der Biberburg ist der Weitenriedgraben nur noch ein Rinnsal. In Teilbereichen des Grabensystems im Weitenried können sich die Biber nur noch im gestauten Bereich schwimmend fortbewegen.

Da dies vor der regenreichen Herbst- und Winterzeit nicht so bleiben wird, wurde mit der Biberbeauftragten Frau Sättele und dem zuständigen Vertreter des Landratsamtes ein Ortstermin anberaumt. Die einvernehmlich besprochenen Maßnahmen belassen den komprimierten Damm und dienen dem notwendigen Wasserabfluss, damit keine Überflutung der Wiesenflächen entsteht.

Gut zu beobachten ist, wie nördlich der Autobahn die Biber bis in ca. 5 m Abstand vom gestauten Graben aus das Gras abweiden. Das Gras nach den Ein- und Ausstiegen am Graben ist halbkreisförmig um ca. 10 bis 15 cm kürzer als die restliche Vegetation.

Bei dieser Begehung mit den Fachleuten wurde auch ein toter Krebs am Gewässerrand entdeckt. Eine genaue Untersuchung ergab, dass es sich hier um einen Signalkrebs, eine vor Jahrzehnten eingeschleppte, nicht heimische amerikanische Krebsart handelt. Der Signalkrebs ist resistent gegenüber der ebenfalls aus Nordamerika stammenden Krebspest und brachte einen neuen hoch-virulenten Stamm des Erregers nach Europa. Zusätzlich ist der Signalkrebs aggressiver als heimische Flusskrebse und wird, im Fall von Steinkrebs und Dohlenkrebs, auch deutlich größer und produziert mehr Nachkommen. Er ist den heimischen Arten damit in direkter Konkurrenz überlegen und verdrängt diese vollständig aus ihren Lebensräumen.

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