Grundwasser für die Trinkwasserversorgung


Die Wasserversorgung der Gemeinde Steißlingen ist gesichert.

 

Wo steht unser Grundwasser für die Trinkwasserversorgung?

 

Nach den mit 722 mm nicht gerade üppigen Niederschlägen 2018 gegenüber den 949 mm von 2017 und 965 mm von 2016 wurde in der letzten Gemeinderatssitzung die Frage nach den Grundwasserständen und mögliche Auswirkungen auf die Wasserversorgung gestellt. Es wird hier darauf hingewiesen, dass die Jahresniederschlagsmenge mehrfach zwischen ca. 750 mm und ca. 950 mm schwankte und dies normal erscheint. Bemerkenswert erscheint jedoch, dass in den letzten 5 Jahren 2 Monate mit jeweils nur 5 mm Niederschlag registriert wurden. Dies waren der Dezember 2016 und der April 2018.

 

Nach den regelmäßigen Aufzeichnungen der Niederschläge im Bereich des Mühleweg (Klärwerk), war der April  mit nur 5 mm Niederschlag der trockenste Monat im Jahr 2018. Da im Februar nur 15 mm und im März nur 31 mm Niederschlag fielen, war es ein ausgesprochen trockener Frühling, dem zwar mit 123 mm ein nasser Mai folgte, doch die Sommermonate blieben mit ca. 55 mm Niederschlag auch relativ trocken. Die Niederschläge haben zwar Auswirkungen auf die Grundwasserstände, aber die Wasserversorgung der Gemeinde Steißlingen ist gesichert.

 

Unsere Wasserversorgung wird von den in Richtung Homburg liegenden Dettenwiesenquellen sowie durch die Tiefbrunnen im Gewann Hinter Loh (Weitenried) gesichert.

 

Die Dettenwiesenquellen haben eine im Jahresverlauf relativ konstante Schüttung von ca. 4 l / sec. und erschließen als Quellen sehr oberflächennahes Grundwasser. Dieses Quellwasser passiert vor dem Zulauf in den Hochbehälter eine UV-Anlage, um ein hygienisch einwandfreies Wasser zu garantieren. Sollte es mal eine lange Zeit nicht mehr regnen, würden diese Quellen sicher in der Schüttung nachlassen. Sollten mehrere trockene Jahre in Folge kommen, würde dies für unsere Quellen negative Auswirkungen haben.

 

Solch ein Problem hatten im vergangenen Sommer bereits einige Gemeinden im Landkreis Konstanz sowie etliche Außenbereichsanwesen mit eigenen Quellen: die bisherige Wasserversorgung war nicht mehr gesichert.

 

Im Weitenried gibt es mehrere Messpegel, die immer wieder kontrolliert werden. In der Pegelmessung vom 31. Januar 2018, bei der wir den höchsten Grundwasserstand der letzten 13 Jahre gemessen haben, lag der Wasserstand einer Messstelle sogar um ca. 40 cm über der Geländehöhe. Dieser sehr hohe Wasserstand ist teilweise in den vorausgehenden nassen Jahren 2016 und 2017 begründet, die höchste Auswirkung hatte jedoch die mit 146 mm hohe Niederschlagsmenge des Januar 2018. Einen ähnlich hohen Wasserstand (- 11 cm) hatten wir zuletzt am 23. Juli 2009 gemessen.

 

Bis zum 09. August 2018 sank der Pegel an diesen Messstellen um 90 cm bis 95 cm. Nur im Jahr 2006 wurde ein noch um ca. 19 cm tieferer Grundwasserstand gemessen als im August 2018. Durch die herbstlichen Niederschläge erholte sich der Grundwasserstand dieser Messstellen zum 13. November 2018 wieder um 24 cm bis 27 cm bzw. senkte sich zum 08.02.2019 nochmals um 11 cm. Dieser aktuelle Wasserstand liegt damit exakt 2 cm unter dem langjährigen Mittel und gibt keinen Grund zur Besorgnis.

 

Solche Veränderungen treten je nach Jahresniederschlagsmenge immer wieder auf und können in den Folgejahren wieder ausgeglichen werden. Wenn sich jedoch durch mehrere aufeinanderfolgende Trockenjahre der obere Grundwasserspiegel dauerhaft verändern würde, hätte dies auch Auswirkungen auf den unteren Grundwasserspiegel, aus dem unsere Tiefbrunnen das Trinkwasser entnehmen. Schließlich wird der untere Grundwasserspiegel auch vom oberflächennahen Grundwasser gespeist und wenn da nichts mehr nachfließen würde, hätte dies mittelfristig negative Auswirkungen. Es besteht hier also noch kein Grund zur Sorge, wir werden die Entwicklung aber weiter verfolgen.

 

Wie kann sich der einzelne Bürger um einen langfristig gesicherten Grundwasserstand bemühen?

Die einfachste Art, sich um den Grundwasserstand zu bemühen ist, kein Trinkwasser unnötig zu vergeuden. Dies ist für alle Bürgerinnen und Bürger möglich, ohne dass man größere Einschnitte in der Lebensqualität hat.

 

Der Hausbesitzer hat weitere Möglichkeiten, indem er sein Niederschlagswasser nicht in den Kanal ableitet, sondern wo es möglich ist vor Ort versickern lässt (wo es zur Grundwasserneubildung beiträgt) oder in einer Zisterne sammelt und somit Trinkwasser einspart. Weiter könnte man sich überlegen, ob es im Hochsommer denn wirklich notwendig ist, den Rasen regelmäßig aus der Wasserleitung mit Trinkwasser zu beregnen.

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