Kath. Pfarrkirche St. Remigius

Kath. Kirche St. Remigius
Mitten im Dorf steht die aus dem Hochmittelalter stammende Pfarrkirche, die zu Ehren des hl. Bischofs Remigius erbaut wurde. Kirche, Kaplanei (altes Pfarrhaus) und Klösterle mit seinem Fachwerk gehören zusammen zu den meistfotografierten Steißlingen Objekten.

Steißlingen gehörte 590 n. Chr. zum Ausstattungsgut des neu gegründeten Bistums Konstanz.  In der damaligen Zeit war die Steißlinger Pfarrkirche eine bischöfliche Eigenkirche: Der Bischof war der eigentliche Pfarrer, der an der Kirche amtierende Geistliche bloß sein Stellvertreter oder Pfarrvikar. Die Pfarrei stand unter dem Schutz der Herren von der Homburg, die Verwaltung besorgten die Chorherren von Konstanz bis zur Auflösung des Bistums Konstanz im Jahr 1827. Heute gehört die Pfarrei Steißlingen zum Erzbistum Freiburg und zum Dekanant Westlicher Hegau. Zur Pfarrei  gehören Steißlingen, Wiechs, Maiershöf und die Homburg.

Die Pfarrkirche zeigt im Erdgeschoß des Turms ihren romanischen Ursprung. Die gotische Kirche entstand in den Jahren 1490-1514. Das wertvolle Sakramentshaus und das Gewölbe im Chor legen davon Zeugnis ab. Die heutige Form der Kirche (Kirchenschiff) mit einem neuen Turmhelm ist im Jahre 1878 vollendet worden. In der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde ein Rosenkranzaltar unter dem Chorbogen errichtet, von dem heute noch die Madonna, Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist vorhanden sind. Der Hochaltar mit den Figuren des hl. Remigius und des hl. Ulrich von Augsburg und die Seitenaltäre sind neugotische Werke. Im Josefsaltar befindet sich auch der Klemenzenschrein mit den Reliquien eines Katakombenheiligen. Jedes Jahr wird am 3. Septembersonntag das große Klemenzenfest der Gemeinde Steißlingen gefeiert.

Unter dem Turm war früher das Beinhaus des Friedhofes; heute aufgelassene Gruft der Freiherren von Stotzingen. Hier ist auch das „Seelenkirchlein", in dem für die Verstorbenen das Meßopfer dargebracht wurde. Bis 1840 wurden die Toten auf dem Kirchhof bestattet. Ein Großteil der ehemaligen Friedhofsmauer ist noch erhalten. Das große Granitkreuz erinnert an den alten Friedhof, auf dem bis 1840 ca. 20.000 Steißlinger beerdigt sind, allein im Pestjahr 1635 sind gut 1.000 Opfer der Seuche bestattet worden. Gerade im hinteren Bereich mit der Lourdesgrotte ist dieser Platz ein Ort der Ruhe und Sammlung.

An der Südseite unter der Pfarrkirche ist der Fachwerkbau des alten Pfarrhauses (heute Liebfrauenkaplanei). Es ist eines der ältesten Gebäude in Steißlingen.

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