15.09.2022

Landkreis fordert eine Steißlinger Halle als Notunterkunft für Flüchtlinge

Kriegsmotiv schwarz/weiß mit Text "Stop the war!"
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Kriegsmotiv schwarz/weiß mit Text "Stop the war!"

Der enorme Zustrom an Flüchtlingen, welcher sogar das Ausmaß der Flüchtlingskrise 2015 übersteigt, stellt das Landratsamt als untere Aufnahmebehörde vor große Herausforderungen.

Deshalb hat der Landkreis Konstanz die Gemeinden im Kreis nun aufgefordert, ihre Sport- und Mehrzweckhallen für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Ein entsprechendes Schreiben erhielten alle Gemeinden in den vergangenen Tagen.

 

In der Reihenfolge der Hallenbelegungen durch den Landkreis befindet sich die Gemeinde Steißlingen aufgrund der guten Halleninfrastruktur auf Platz 2. Es muss deshalb davon ausgegangen werden, dass entweder die Seeblick- oder die Mindlestalhalle in den nächsten Wochen als Notunterkunft für Flüchtlinge durch das Landratsamt genutzt wird. Im Moment liegen jedoch noch keine konkreten Daten (Zeitplan, Anzahl Flüchtlinge, etc.) vor, diese werden im Moment vom Landratsamt Konstanz ermittelt.

 

Der Gemeinderat sprach in seiner Sitzung am vergangenen Montag über dieses Thema. Die Mitglieder des Gemeinderats sind ebenso wie Bürgermeister Mors sehr besorgt um die kulturellen und sportlichen Angebote vor Ort. „Auch wenn die humanitäre Situation die Nutzung von Sport- und Mehrzweckhallen erfordert, so müssen die Auswirkungen auf Vereine und Schulen so gering wie möglich gehalten werden“ so Bürgermeister Benjamin Mors. Die Hallennutzer wurden bereits über die Planungen des Landratsamts informiert.

 

Auch der Kreisverband des Gemeindetags äußert sich zur schwierigen Lage der Gemeinden. Die Lage wird als echte Bewährungsprobe bezeichnet und eine Unterstützung durch Bundes- und Landesebene eingefordert. Die auf vielen Ebenen versprochene Hilfe kam bisher bei den Kommunen nicht an. So wurden im gesamten Landkreis für über 3.000 ukrainische Flüchtlinge gerade einmal 3,5 Integrationsstellen bezuschusst.

 

Die den Landkreisen zugewiesenen Flüchtlinge werden nach 6 Monaten den Gemeinden überstellt, damit diese sie langfristig unterbringen. Eine landes- oder bundesweite Strategie, wie dies vor dem Hintergrund von ohnehin schon fehlenden Wohnungen bewerkstelligt werden soll, fehlt bisher, kritisiert Bürgermeister Mors. Die Gemeindeverwaltung ist deshalb weiterhin für jedes Angebot von Wohnraum, der von der Bürgerschaft zur Verfügung gestellt wird, dankbar.